MARIO FISCHER
Diese räudigen Maschinen

SEPT 14 2025 - NOV 2025

Ein elendiges Drama, das sich vor uns ausbreitet, eine Parodie auf unsere Sehnsucht nach Ordnung, nach einem Sinn, der sich uns entzieht. Der Staub, der sich, unaufhaltsam und perfide, immer wieder niederlässt. Hier sind sie nun, diese Staubsauger, diese Apparate des Putzens, des Reinigens, des sogenannten In-Ordnung-Bringens. Nicht in ihrer banalen, ihrer verachtenswerten Rolle als Werkzeuge der Reinigung, nein, sie sind erhoben worden. Konzeptuell, skulptural, heißt es. Als ob die Form, die doch nur der Funktion folgt, je zu etwas Höherem, etwas Erhabenerem tauge. Ein Irrtum, ein verlogener, wie so viele andere, die uns vorgesetzt werden, um das immerwährende Scheitern des Menschen an der eigenen Existenz, erträglicher zu machen. Man sieht sie, verdreht, verknotet, diese Schläuche, diese Rohre, die nur dazu da sind, den Schmutz in sich aufzunehmen, ihn zu verschlingen, um ihn dann in einem Beutel, einem Behälter, diesem ekelhaften Sammelpunkt des Unrats, zu lagern, bis man ihn entsorgt, nur um Platz zu schaffen für den nächsten Schmutz, der sich unweigerlich bildet. Ein Kreislauf des Grauens, abgebildet, nein, zelebriert als Kunst. Und daneben diese anderen Apparaturen, diese medizinischen oder doch zumindest hochtechnisierten Gerätschaften, die ebenfalls der Reinigung dienen, der Sterilisierung vielleicht, der Illusion - als ob man das Leben, das Kranksein, den Tod selbst reinigen könnte. Dann auch noch dieser Roboter. Ein putzender, diese unselige, ja geradezu geisteskranken Apparatur, die programmiert wurde, um Reinheit zu schaffen, zieht nun, man muss es sich vorstellen, ein Kaisersemmerl hinter sich her. Ein Kaisersemmerl! Doch am Ende, das weiß man, bleibt nur der Staub, der Dreck, die unvermeidliche Schmutzigkeit des Seins. Eine Ausstellung. Gehen Sie hin. Oder auch nicht. Es ändert nichts. Nichts.

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These mangy machines. This miserable drama unfolding before us, a parody of our longing for order, for a meaning that eludes us. The dust that settles again and again, inexorably and perfidiously. Here they are, these vacuum cleaners, these devices for cleaning, for tidying up, for so-called putting things in order. Not in their banal, despicable role as tools of cleaning, no, they have been elevated. Conceptually, sculpturally, they say. As if form, which only follows function, could ever be capable of something higher, something more sublime. A mistake, a deceitful one, like so many others that are presented to us to make the perpetual failure of humans in their own existence more bearable. You see them, twisted, knotted, these hoses, these pipes, which are only there to take in the dirt, to swallow it up, and then store it in a bag, a container, this disgusting collection point for filth, until it is disposed of, only to make room for the next dirt that inevitably forms. A cycle of horror, depicted, no, celebrated as art. And next to it, these other devices, these medical or at least high-tech instruments, which also serve the purpose of cleaning, sterilization perhaps, the illusion—as if one could cleanse life, illness, death itself.And then there's this robot. A cleaning robot, this unfortunate, downright insane device programmed to create purity, now drags a Kaiser roll behind it, if you can imagine. A Kaiser roll! But in the end, as we know, all that remains is the dust, the dirt, the inevitable grime of existence. An exhibition. Go and see it. Or don't. It won't change anything. Nothing.